kuschelndes Paar im Bett ohne lästige Besucherritze

Die Besucherritze im Doppelbett

Wie kann man den lästigen Spalt im Bett vermeiden

Sie wollte sich im Schlaf nur eng an ihn kuscheln. Plötzlich ist sie wach, der Rücken schmerzt und ihr fehlt die Luft zum atmen. Ihre Nase in den Matratzen-Rand gedrückt, stellt sie fest: „Es ist schon wieder passiert!!“ denn sie ist in die Besucherritze gerutscht.

Die Besucherritze. So nennt man den verhassten Spalt im Doppelbett, zwischen den zwei Matratzen. Wie eine tiefe Schlucht klafft er zwischen einem verliebten Paar. Ein Albtraum aber auch für Kinder, die sich Nachts in das Bett von Mama und Papa schleichen und froh sein müssen, wenn die Eltern das Kind am nächsten Morgen wieder finden. Je nach Art der Matratzen fällt der Spalt unterschiedlich groß aus. Hat die Matratze eine abgerundete Kante, ist sie größer, als bei einem Modell mit Border und Kedernaht. Dies strafft nämlich den Bezug und verkleinert die Lücke. Trotzdem bleibt ein Spalt, in den man ja ach so gerne abrutscht. Dies kann nicht nur richtig die Nerven strapazieren, sondern auch gesundheitliche Auswirkungen haben. Denn auch die beste Matratze bringt nichts, wenn man nicht richtig auf ihr liegt. Rückenschmerzen sind also vorprogrammiert. Kuschelverbot im Doppelbett? Bei vielen Paaren und Familien scheint dies die einzige Lösung zu sein. Doch es geht auch anders! Wir zeigen Ihnen, wie!

Die Liebesbrücke

Hinter diesem romantischen Namen verbirgt sich ein T-förmiger Keil aus Schaumstoff, oft auch Matratzenkeil oder Doppelbett-Brücke genannt. Die Liebesbrücke ist wohl die günstigste Lösung, um eine Besucherritze mit Liebe und Leben zu erfüllen. Sie wird einfach zwischen die beiden Matratzen gedrückt und überbrückt sprichwörtlich die nervige Ritze. Hierbei ist zu beachten, dass der Schaum nicht zu dick ist, denn wer aus einer Schlucht eine Mauer macht, hat nichts gewonnen. Auch die Härte des Schaums ist wichtig. Ist der Keil zu weich oder zu kurz, drückt dieser sich nur in die Ritze hinein und verliert seine Wirkung. Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch, dass der Schaum Schadstoff-geprüft ist, um gesundheitliche Risiken und allergische Reaktionen zu vermeiden.

Durch die Verwendung einer Brücke braucht man natürlich auch die passenden Spannbettlaken. Daher nicht vergessen: Auch bei der Liebesbrücke muss man durchgängige Spannbettlaken kaufen!

Dennoch ist eine Liebesbrücke im Doppelbett eine Kompromisslösung. Die leichte Erhebung zwischen den beiden Matratzen wird oft als unangenehm empfunden. Eines vergisst man zudem oft: Der Rand einer Matratze liegt sich oftmals auch anders: Matratzen mit Federkern sind beispielsweise mit Schaum ummantelt. Somit liegt man am Rand der Matratze nicht mehr optimal. Gerne liegt sich dieser Rand auch bei Dauerbelastung schnell zusammen, was die Besucherritze schlussendlich sogar wachsen lässt.

Topper

Mit einem Topper oder einer dickeren Matratzen-Auflage spürt man nichts mehr von seiner Besucherritze. Hierzu ist eine Dicke von mindestens 6cm zu empfehlen. Dünne Auflagen schieben sich nur in den Spalt. Topper bestehen in der Regel aus Kaltschaum, Viscoschaum, Gelschaum oder Latex und können schon zu einer kleinen Investition werden. Denn ein Topper dient eigentlich nicht dem Zweck, eine Besucherritze zu überbrücken. Dies ist nur ein willkommener Nebeneffekt. Ein Topper dient in erster Linie zur Verbesserung des Schlafkomforts für zu harte Matratzen oder als Bestandteil von Boxspringbetten. Daher sollte man sich bei der Wahl eines Toppers bewusst sein, dass man das Liegegefühl maßgeblich verändert. Sollte Ihre Matratze also perfekt passen, ist die Wahl eines Toppers eventuell sogar kontraproduktiv und verschlechtert das Liegegefühl.

Da der Topper zur obersten Kontaktfläche für unseren Körper wird, muss nicht nur der Schaum hochwertig sein. Der Bezug sollte atmungsaktiv sein und viel Feuchtigkeit aufsaugen können. Denn wir wissen: der Mensch schwitzt jede Nacht und will natürlich trotzdem nicht schweißgebadet aufwachen.

Durchgängige Matratze mit einem Kern

Bis zu einem Matratzen-Maß von 140x200cm sind Matratzenkerne generell durchgängig. Aber auch für Doppelbetten in den Breiten von 160cm, 180cm und 200cm bieten die meisten Hersteller Matratzen mit einem durchgängigen Kern. Dadurch erstickt man das Problem im Keim, da es logischerweise keine Besucherritze gibt.

Ein durchgängiger Matratzenkern hat allerdings auch nur einen Härtegrad. Sind die Partner unterschiedlich schwer, kann dies oft für eine der beiden Personen zu einem Problem werden. Der Härtegrad einer Matratze ist nämlich eine Gewichtsempfehlung! Bis zu einem Körpergewicht von 80kg besagt die Faustregel, man solle einen Härtegrad 2 (Medium) wählen. Übersteigt man das Gewicht von 80kg, wählt man lieber Härtegrad 3 (Fest). Davon abgesehen gibt es auch Härtegrade für schwerere und sehr leichte Menschen. In Beziehungen ist es allerdings oft der Fall, dass sich Gegensätze anziehen und man somit nicht bewerkstelligen kann, dass auch beide Personen optimal und körpergerecht liegen.

Bei durchgängigen Matratzenkernen sollte man zudem auf die Punkt-Elastizität achten: Der Kern sollte sich so anpassen, dass beide Personen zwar eng aneinander, aber trotzdem körpergerecht liegen können. Ist der Kern nicht punkt-elastisch, passt sich die Matratze muldenförmig an. Das sorgt für Rückenschmerzen und einen unruhigen Schlaf. Schaumkerne mit rechteckig geschnittenen Profilen an der Oberfläche, sowie Taschenfederkerne sind besonders punkt-elastisch im Gegenteil zu Schaumkernen mit Rillen-Profilen oder Bonell-Federkerne.

Ein erheblicher Nachteil bei durchgehenden Matratzenkernen ist das Handling. Eine Doppelbett-Matratze passt nicht mehr so einfach ins Auto. Auch enge Treppenhäuser können beim Transport hinderlich sein. Bei hochwertigen Matratzen bringt der Kern aus Schäumen mit hohem Raumgewicht, Latex oder Taschenfedern aus Stahl, auch einiges an Gewicht auf die Waage. Eine Lieferung ist also zu empfehlen. Ihr Fachhändler bietet diesen Service natürlich an.

Partner-Matratze

Als Partner-Matratze bezeichnet man zwei Matratzenkerne in einem durchgängigen Bezug. Man mag hierbei nach all den negativen Erfahrungen mit Besucherritzen erst mal skeptisch sein. Hochwertige Matratzenbezüge sind aber durch das eingearbeitete Fleece so dick, dass man die Besucherritze so nicht mehr spürt. Denn diese entsteht durch die Kanten der dicken Bezüge. Legt man die rechteckigen Matratzenkerne direkt aneinander und verpackt sie in einem Bezug, ist der Spalt höchstens noch im Millimeter-Bereich. Sollte man den Spalt durch den durchgängigen Bezug spüren, ist er meistens einfach zu dünn. Selten gibt es auch die sogenannte „Prinzessin auf der Erbse“ – manche Menschen sind so sensibel, dass sie zumindest denken, einen Spalt zu spüren. Eventuell wurden sie durch die Besucherritze in der Vergangenheit auch nur zu oft gequält.

Partner-Matratzen lassen sich um einiges leichter transportieren. Ist das Auto zu klein, nimmt man die Kerne aus dem Matratzenbezug und transportiert sie einzeln. Selbiges gilt für die bereits angesprochenen engen Treppenhäuser. Ein weiterer Vorteil: man halbiert somit das Gewicht!! Auch wenn man im Zweifelsfall ein zweites mal laufen muss, kann man so die neue Matratze auch alleine vom Auto in das häusliche Schlafzimmer tragen.

Der entscheidende Vorteil liegt aber in der Individualität: Unterschiedlich schwere Personen können bei Partner-Matratzen den richtigen Härtegrad wählen. Da viele, bei Fachhändlern erhältliche Matratzen-Serien sogar mehrere Matratzenkerne mit verschiedenen Materialien in der selben Höhe beinhalten, kann man oft sogar einen Schaumkern mit einem Taschenfederkern kombinieren. So liegen beide Partner nach ihren Bedürfnissen und Wünschen optimal, schlafen ruhiger und stören ihren Partner nicht.

Die Unterfederung

Wichtig bei durchgängigen Matratzen oder Partner-Matratzen ist natürlich, dass die Unterfederung auf beiden Seiten gleich hoch ist! Denn Lattenroste gibt es für ein Doppelbett generell nicht in einem Stück. Dies wäre einfach zu instabil. Egal ob Holz, Kunststoff, oder Fiberglas: Die Spannweite der Federleisten wird zu hoch. Was nicht bricht, verbiegt unnatürlich und passt sich nicht mehr richtig an. Auch bei Teller-Unterfederungen wären die tragenden Holme zu großer Belastung ausgelegt.

Wer gerne auch mal kuschelt und eng umschlungen schläft, sollte darauf achten, dass auch die tragenden Halterungen der Unterfederung schwingen. Einfachere Modelle haben die Federleisten im Rahmen verankert. Dies passt sich nur an, wenn man in der Mitte der Unterfederung liegt. In der Mitte des Doppelbettes hätte man so nur noch kaum Anpassungsfähigkeit.

Im besten Fall kauft man sich die Unterfederung passend zur Matratze. So stellt man sicher, dass man genau so gut liegt, wie beim Fachhändler.